Exzellenz in der Ausbildung

Die Max-Planck-Gesellschaft zeichnet die Tierhaltung des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung mit dem Ausbildungspreis 2025 aus

17. September 2025

Neben den individuellen Auszeichnungen für Auzubildende würdigt die Max-Planck-Gesellschaft mit diesem Preis auch Ausbildungsstätten, die sich mit Engagement, und Kreativität für eine hervorragende Berufsausbildung einsetzen. In diesem Jahr gehört das MPI für Hirnforschung zu den drei Instituten, die mit dem Ausbildungspreis ausgezeichnet wurden.

Diese Auszeichnung ist eine besondere Anerkennung für die Tierhaltung. Sie spiegelt die Bemühungen eines ganzen Teams wider das dafür sorgt , dass die Auszubildenden neben technischem Fachwissen auch ein tiefes Verständnis für Tierschutz, besondere Verantwortung und den Zusammenhang zwischen Forschung und Pflege entwickeln. Der mit 7.500 Euro dotierte Preis kann zur Verbesserung der Ausbildungsinfrastruktur oder zur Erweiterung des Seminarangebots für Auszubildende verwendet werden.

Wir sprachen mit Dr. Emily Northrup, der Leiterin der Tierhaltung, darüber, was die Ausbildung hier besonders macht, welche Philosophie hinter ihrem Ansatz steht und welche Rolle die Einrichtung selbst bei der Ausbildung der nächsten Generation von Tierpflegenden spielt. Das Gespräch fand am 17. September 2025 im Rahmen der Azubipreis Zeremonie am MPI für Hirnforschung in Frankfurt statt.

Was macht das Ausbildungskonzept am MPI für Hirnforschung so besonders?

Emily Northrup: Unsere Auszubildenden rotieren durch alle Teams der Tierhaltung, haben wöchentlichen Auszubildendenbesprechungen, besuchen unsere Forschenden und begleiten regelmäßig die Tierärzt*innen auf ihren Visiten. Von Anfang an bekommen sie eigene Aufgaben und kleine Projekte, die ihnen das Selbstvertrauen geben, ihr Wissen in die Praxis umzusetzen. Wir glauben, dass dieser auszubildendenorientierte, kompetenzfördernde Ansatz ihnen dabei hilft, die höchsten Standards in der Versuchstierpflege zu meistern und  ihnen eine umfassende Ausbildung vermittelt, die von einem hohen Verantwortungsbewusstsein geprägt ist. Tierschutz, exzellente Tierhaltung und Forschung gehen Hand in Hand – und alle drei stehen im Mittelpunkt unserer Ausbildung.

Wie viele Auszubildende wurden im Laufe der Jahre ausgebildet?

Emily Northrup: Bislang haben vier Auszubildende ihre dreijährige Berufsausbildung bei uns erfolgreich abgeschlossen und derzeit haben wir drei weitere im Programm. Darüber hinaus haben zwei Kolleg*innen an unserem internen Ausbildungsprogramm teilgenommen und es abgeschlossen. Zudem nehmen wir an Austauschprogrammen für Auszubildende teil: Rund 20 Azubis aus anderen Instituten haben im Laufe der Jahre Zeit bei uns verbracht, um Erfahrungen mit unseren vielfältigen Tiermodellen zu sammeln.

Wer sind die Ausbilder*innen?

Emily Northrup: Die Ausbildung hier ist wirklich eine Teamleistung. Alle Mitarbeitende der Tierhaltung sind daran beteiligt, unseren Auszubildenden eine umfassende und praktische Ausbildung zu bieten – von Nagetieren über Aquaten bis hin zu Reptilien und der Reinigung der Käfige. Dazu gehören die täglichen Aspekte der Tierpflege, gezielte Schulungen und die Unterstützung laufender Forschungsprojekte. Das Ausbildungsprogramm wird von Mitgliedern unseres Ausbildungsteams koordiniert, die sich auch um viele organisatorische Aspekte kümmern.

Welche Rolle spielt die innovative Infrastruktur eurer Tierhaltung?

Emily Northrup: Wir haben wirklich eine einzigartige Tierhaltung innerhalb der Max-Planck-Gesellschaft. Wir sind nicht nur nah an bahnbrechender Forschung zum Gehirn, sondern dank der vielen nicht-traditionellen Versuchstiere gibt es immer etwas Neues zu lernen – und das gilt für uns alle. Unsere Tiere sind das besondere an unserer Arbeit. Sie lehren uns Anpassungsfähigkeit, wecken unsere Neugier und motivieren uns, uns für höchste Standards in Bezug auf Tierschutz und Pflege einzusetzen. Dank der engen Zusammenarbeit mit unserer mechanischen Werkstatt, der Elektronik/IT-Abteilung und der Haustechnik sind wir in der Lage, einzigartige Haltungssysteme zu entwerfen und zu bauen. Diese sind speziell auf die Bedürfnisse unserer Tiere zugeschnitten. Für unsere Auszubildenden bietet diese Infrastruktur praktische Einblicke in innovative Lösungen für die Tierhaltung.

 Wie wird das Preisgeld verwenden werden?

Emily Northrup: Wir sind sehr stolz auf diese Auszeichnung, die das Engagement, die Innovationskraft und die herausragenden Leistungen unserer Auszubildenden sowie unseres gesamten Teams würdigt. Wir planen, einen Teil des Preisgeldes in innovative Übungsmodelle („trainings dummies“) zu investieren, um die Ausbildungsmöglichkeiten und technischen Fähigkeiten im Einklang mit den 4R-Prinzipien der Max-Planck-Gesellschaft zu optimieren.

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