Moritz Helmstaedter zum EMBO-Mitglied gewählt
Moritz Helmstaedter, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung, wurde in Anerkennung seiner bahnbrechenden Beiträge auf dem Gebiet der Konnektomik zum EMBO-Mitglied gewählt.
Helmstaedter gehört zu den 71 herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die für ihre außergewöhnlichen Beiträge zu den Lebenswissenschaften in die EMBO-Mitgliedschaft aufgenommen wurden. Die neu gewählten Mitglieder und assoziierten Mitglieder treten einer angesehenen internationalen Gemeinschaft von Forschenden bei, die sich der Förderung wissenschaftlicher Exzellenz in den Lebenswissenschaften verschrieben hat. Offiziell begrüßt werden sie auf der EMBO-Mitgliederversammlung, die vom 30. September bis zum 2. Oktober 2026 in Heidelberg stattfindet.
„Es ist mir eine Freude, die neuen EMBO-Mitglieder und assoziierten Mitglieder willkommen zu heißen. Ihre Wahl würdigt ihre Leistungen und ihre Kreativität. Durch ihre einzigartigen Perspektiven und Erfahrungen werden sie das Netzwerk führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die das Fachgebiet prägen, erheblich stärken“, sagt EMBO-Direktorin Fiona Watt.
Konnektomik des Säugetiergehirns
Das Helmstaedter-Labor nutzt 3D-Elektronenmikroskopie und KI-basierte Bildanalyse, um die Großhirnrinde von Säugetieren – das komplexeste bekannte Netzwerk – zu kartieren. Seine Abteilung für Konnektomik untersucht, wie sich kortikale Schaltkreise über verschiedene Spezies hinweg – von der Maus bis zum Menschen – entwickeln. Zudem entwickelt sie konnektomische Screening-Verfahren, um erfahrungs- und krankheitsbedingte Veränderungen dieser Schaltkreise zu erfassen. Helmstaedter und sein Team wollen die Schaltkreisarchitektur hinter kognitiven Prozessen wie Vorhersage und Langzeitgedächtnis aufdecken und deren pathologische Veränderungen als „Konnektopathien“ identifizieren.
Über Moritz Helmstaedter
Moritz Helmstaedter studierte Medizin und Physik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und erwarb einen medizinischen Abschluss sowie ein Diplom in Physik. Nach einer kurzen Tätigkeit als Strategieberater bei McKinsey promovierte er bei Bert Sakmann und absolvierte einen Postdoc bei Winfried Denk am Max-Planck-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg. Von 2011 bis 2014 leitete er eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Neurobiologie in München. 2014 wechselte er als Wissenschaftliches Mitglied der Max-Planck-Gesellschaft und Direktor an das Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt. Derzeit ist er Geschäftsführender Direktor des Instituts.
Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Helmstaedter 2009 mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet, hielt 2013 die Bernard-Katz-Vorlesung und erhielt 2024 den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis. Seit 2016 ist er zudem außerordentlicher Professor für Neuronale Netzwerke an der Radboud-Universität in Nijmegen (Niederlande). Zu seinen weiteren Ämtern zählen die Mitgliedschaft im Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels (2020–2026) sowie im Ausschuss für Naturwissenschaften der Deutschen Akademie der Naturwissenschaften Leopoldina (seit 2023).
Über EMBO und die EMBO-Mitgliedschaft
EMBO ist eine Organisation von mehr als 2.200 führenden Forschenden, die Exzellenz in den Lebenswissenschaften in Europa und darüber hinaus fördert. Sie unterstützt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in allen Karrierephasen, stärkt den internationalen wissenschaftlichen Austausch und trägt dazu bei, optimale Bedingungen für Spitzenforschung zu schaffen.
Die EMBO-Mitgliedschaft ist eine lebenslange Auszeichnung für herausragende wissenschaftliche Leistungen. Die mehr als 2.200 Mitglieder und assoziierten Mitglieder gestalten die Programme und Aktivitäten der Organisation aktiv mit, begutachten Förderanträge und stärken durch ihre Zusammenarbeit die Forschungsgemeinschaften in Europa und weltweit.










